Von René Mattis · vona ·
So entsteht dieser Beitrag
Thema, Aufbau, Praxiserfahrung und Zahlen stammen von René Mattis. Beim Formulieren, bei der Recherche von Quellen und bei der Übersetzung ins Englische arbeitet er mit einer KI (Claude von Anthropic). Jede Aussage, jede Zahl und jede Quelle prüft er, bevor der Beitrag erscheint. Wir legen das offen, weil wir zu einem transparenten Umgang mit KI stehen – und weil wir genau diese Arbeitsweise auch für unsere Kunden umsetzen.
KI-Produktbilder: Warum das Abo teurer war als die eigene Lösung
Praxisbeispiel LANAKILA: Wie aus einem Plattform-Abo für KI-Produktbilder eine eigene Desktop-App mit direkter Anbindung an Googles Bild-KI wurde – und was das pro Bild ausmacht.
Im Artikel Laufende KI-Kosten senken ging es um das Prinzip: Kosten entstehen selten durch das Modell selbst, sondern durch die Art, wie es eingesetzt wird. Hier zeigen wir dasselbe an einem konkreten Fall aus unserer Arbeit, KI-Produktbilder für einen Onlineshop. Es geht um LANAKILA, die Sportbekleidungsmarke unserer Inhaberin Sylvia Michalk. Das ist also kein unabhängiger Kunde, aber ein echter Fall mit echten Zahlen. Bei jeder Zahl steht, woher sie stammt.
Die Ausgangslage
LANAKILA entwirft Triathlonanzüge, Radjacken und andere Sportbekleidung. Neue Kollektionen sollten im Shop schon angeboten werden, bevor das Fotoshooting stattgefunden hat. Dafür braucht es Produktbilder, die das neue Design realistisch zeigen, am besten an einem Model und im Stil der vorhandenen Fotos.
Der erste Versuch: ein Plattform-Abo
Nach einem Vergleich mehrerer Anbieter entschied sich LANAKILA für eine bekannte Online-Plattform für KI-Bilder und -Videos. Den Namen nennen wir bewusst nicht, denn das Muster ist bei vielen Plattformen ähnlich. Abgeschlossen wurde ein Pro-Abo. Laut Preisseite der Plattform kostet es 25 US-Dollar im Monat und enthält 600 Credits, beworben mit „bis zu 300 Bilder“.
In der Praxis sah das anders aus:
- Auflösung kostet extra: Für Produktbilder brauchte LANAKILA eine höhere Auflösung (2K). Damit kamen statt der beworbenen bis zu 300 nach Erinnerung von LANAKILA nur rund 30 Bilder im Monat heraus. Wie viele Credits ein Bild in welcher Auflösung kostet, steht auf der Preisseite nicht. Das „bis zu“ gilt offenbar für die günstigste Einstellung.
- Korrekturen kosten mit: Bis ein Produktbild so aussah, wie es sollte, waren oft mehrere Versuche nötig, und jeder Versuch verbraucht Credits.
Rechnerisch kostete ein 2K-Bild damit rund 0,83 US-Dollar, ein brauchbares Bild wegen der Korrekturen noch mehr. Nach gut einem Monat wurde das Abo gekündigt.
Die Analyse: Was steckt hinter den Bildern?
Hinter solchen Plattformen stecken meist Bildmodelle großer Anbieter. Die Plattform bündelt Modell, Oberfläche und Speicher und rechnet all das in ihre Credits ein. Wir haben deshalb untersucht, was es kostet, die Modelle direkt zu nutzen. Bei Google lassen sich die Bildmodelle der Gemini-Familie über eine Programmierschnittstelle ansprechen, eingerichtet über Google AI Studio. Abgerechnet wird pro erzeugtem Bild, ohne Abo und ohne Mindestmenge. Die Listenpreise laut Google (Stand Oktober 2026):
| Modell | 1K | 2K | 2K per Batch |
|---|---|---|---|
| Nano Banana Pro (Gemini 3 Pro Image) | 0,134 $ | 0,134 $ | 0,067 $ |
| Nano Banana 2 (Gemini 3.1 Flash Image) | 0,067 $ | 0,101 $ | 0,050 $ |
Dazu kommen kleine Beträge für die Eingabe, also für Anweisung und Referenzbilder. Über die Batch-Schnittstelle kostet ein Bild die Hälfte, wenn das Ergebnis nicht sofort da sein muss, etwa bei einer ganzen Serie über Nacht.
Bevor wir etwas empfohlen haben, haben wir die Schnittstelle mit echten LANAKILA-Motiven getestet: Wie gut setzt das Modell ein neues Design auf ein vorhandenes Produktfoto um, wie viele Versuche braucht es, und was kostet das tatsächlich? Das Ergebnis überzeugte: Die Qualität passte, und die Kosten pro Bild lagen bei einem Bruchteil.
Die Entscheidung: keine neue Plattform, sondern ein eigenes Werkzeug
Naheliegend wäre gewesen, einfach eine andere Plattform zu wählen. Wir haben stattdessen zu einer eigenen Lösung geraten, weil LANAKILA regelmäßig Bilder braucht und mehrere Personen damit arbeiten. So entstand RENEKI, eine Desktop-App für macOS und Windows, die genau auf diesen Ablauf zugeschnitten ist:
- Arbeiten mit den eigenen Vorlagen: Das neue Design kommt als Hauptbild direkt aus dem Grafikprogramm, ein vorhandenes Produktfoto dient als Referenz. Die KI „zieht“ dem Model das neue Design an.
- Prompt-Bausteine per Klick für Kamera, Licht, Stil und Hintergrund. Das reduziert Fehlversuche, weil bewährte Anweisungen wiederverwendet werden.
- Direkt in den Shop: Passt ein Bild, wird es einem Produkt im Shop zugewiesen, oder ein vorhandener Artikel wird mit den neuen Bildern geklont.
- Im Team: Projekte lassen sich zwischen mehreren Installationen teilen, Nutzer und Modelle werden zentral gepflegt.
- Daten bleiben am Rechner: Designs und Schnittvorlagen werden nicht auf eine fremde Plattform hochgeladen; an Google gehen nur die Bilder, die für die jeweilige Generierung nötig sind.
Das Ergebnis in Zahlen
| Plattform-Abo | Eigene App mit Gemini-API | |
|---|---|---|
| Kosten je 2K-Bild | rund 0,83 $ (25 $ für etwa 30 Bilder, laut LANAKILA) | 0,134 $ mit Nano Banana Pro (Listenpreis), per Batch 0,067 $ |
| 30 Bilder in 2K | 25 $ | rund 4 $ |
| Abrechnung | Monatsabo, Credits verfallen nach einem Jahr | nur was erzeugt wird, ohne Grundgebühr |
Ein 2K-Bild kostet damit rund ein Sechstel, per Batch rund ein Zwölftel. Und die tatsächlichen Kosten? Laut Google-Abrechnung hat LANAKILA in den 28 Tagen vom 13. September bis 10. Oktober 2026 insgesamt 38,34 Euro für die Bild-KI bezahlt, für zwei Arbeitsplätze. Allein auf einem der beiden Rechner sind in dieser Zeit 152 Bilder entstanden, die meisten mit Nano Banana Pro in 2K (gezählt in RENEKI; gelöschte Versuche sind darin nicht enthalten). Mit dem früheren Abo wären für so viele 2K-Bilder rechnerisch rund fünf Pro-Abos nötig gewesen, also etwa 125 Dollar im Monat, ohne den zweiten Arbeitsplatz.
Zur Kostenkontrolle ist bei Google eine monatliche Ausgabenobergrenze eingestellt. Sie schützt vor Ausreißern; laut Google kann sie mit rund zehn Minuten Verzögerung greifen.
Ehrlich gesagt gehört auch dazu: Eine eigene App zu entwickeln kostet Zeit und Geld, und sie will gepflegt werden. Für ein paar Bilder im Quartal lohnt sich das nicht; da reicht oft eine einfache Oberfläche für die Schnittstelle oder eine Plattform mit passendem Tarif. Bei LANAKILA lohnt es sich, weil laufend neue Designs dazukommen, mehrere Personen damit arbeiten und die Anbindung an den Shop jedes Mal Handarbeit spart.
Worauf man bei KI-Produktbildern achten sollte
- Das Bild muss das echte Produkt zeigen. Farben, Schnitt und Details müssen stimmen. Ein KI-Bild, das ein Produkt schöner zeigt, als es ist, ist nicht nur ärgerlich für Kundinnen und Kunden, sondern kann auch wettbewerbsrechtlich irreführend sein. Vor jede Veröffentlichung gehört deshalb ein prüfender Blick; RENEKI hat dafür eine Freigabe im Team.
- Kennzeichnung prüfen. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Act. Wer realistische KI-Bilder veröffentlicht, die wie echte Aufnahmen von existierenden Personen, Orten oder Gegenständen wirken, muss sie unter Umständen als künstlich erzeugt kennzeichnen. Ob das für KI-Produktbilder im Shop gilt, hängt vom Einzelfall ab; im Zweifel ist ein Hinweis wie „KI-generiertes Produktbild“ die sichere Wahl. Mehr dazu auf unserer Seite EU AI Act.
Was sich daraus lernen lässt
- „Bis zu“ genau lesen: Credit-Modelle rechnen oft mit der günstigsten Einstellung. Entscheidend ist der Preis pro brauchbarem Ergebnis in der Qualität, die man wirklich braucht.
- Selbst testen statt Werbeversprechen vergleichen: Ein kurzer Test mit echten Motiven zeigt Qualität, Versuche und Kosten pro Bild.
- Zum Modell, nicht nur zur Oberfläche: Wer regelmäßig KI nutzt, sollte prüfen, was die direkte Schnittstelle des Modellanbieters kostet.
- Werkzeug nach Ablauf bauen: Ein Werkzeug, das zum eigenen Arbeitsablauf passt, spart nicht nur Gebühren, sondern auch Korrekturen und Handarbeit.
- Kosten begrenzen und messen: Ausgabenobergrenze beim Anbieter und Kosten je Bild im Blick behalten.
Wenn bei dir KI-Werkzeuge oder Plattform-Abos laufen und du wissen willst, ob es günstiger und besser geht, schauen wir uns das gemeinsam an. Unter KI-Beratung findest du die Prüfung bestehender KI-Prozesse und Kosten, unter App-Entwicklung eigene Werkzeuge wie RENEKI. Oder direkt im kostenlosen Erstgespräch.
Mehr über LANAKILA und die Kollektionen: lanakilasports.de (öffnet in neuem Tab)
Stand: Oktober 2026. Plattform-Preis laut deren Preisseite, abgerufen am 10. Oktober 2026; Anzahl der 2K-Bilder im Abo laut LANAKILA (aus der Erinnerung, die Abrechnung ist nach der Kündigung nicht mehr einsehbar). Google-Preise laut Preisseite der Gemini API (Stand 9. Oktober 2026), Ausgaben laut Google-AI-Studio-Abrechnung von LANAKILA, Bildzahl gezählt in RENEKI.